Ein eigenes Unternehmen in Deutschland zu eröffnen ist gar nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Sein eigener Chef sein, Ideen in die Tat umsetzen und selbstständig arbeiten – es gibt viele Gründe, warum sich Menschen für die Selbständigkeit entscheiden. Jedes Jahr wagen immer mehr Unternehmer diesen Schritt. Wir informieren Sie über die wichtigen Schritte eines jeden Unternehmers in Deutschland.

Wir verraten Ihnen, wo Sie Ihre Steuernummer finden und wie sich Steuer-ID und Steuernummer unterscheiden in diesem Artikel.

So werden Sie Selbstständiger. Wichtige Schritte

Um in Deutschland beruflich als Selbstständiger zu gelten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie sind mit Ihren eigenen Aktivitäten beschäftigt
  • Sie sind nicht auf die Anweisungen anderer angewiesen
  • Sie bestimmen selbständig Zeit und Ort Ihrer Tätigkeit
  • Sie tragen das Geschäftsrisiko

Im Gegensatz zu angestellten Mitarbeitern haben Sie die Freiheit zu entscheiden, ob Sie Aufträge annehmen und wie Sie diese ausführen. Die Hauptanforderung besteht darin, Ergebnisse zu erzielen und diese innerhalb des festgelegten Zeitrahmens zu liefern.

Der Weg in die Selbstständigkeit

1. Geschäftsidee

Zu einer Geschäftsidee gehört immer auch ein wirtschaftlicher Aspekt: ​​Wie lässt sich mit einem Produkt oder einer Dienstleistung Geld verdienen? Ist die Idee gut genug, um genügend Kunden zu gewinnen? Die besten Geschäftsideen erfüllen ein bestimmtes Bedürfnis und die Kunden sind bereit, dafür Geld zu zahlen. 

2. Geschäftsmodell

Die Aufgabe des Unternehmers besteht darin, die anfängliche abstrakte Geschäftsidee in ein vollwertiges Geschäftsmodell umzusetzen. Im Gegensatz zu einer Geschäftsidee enthält ein Geschäftsmodell bereits spezifische Elemente, die sich auf alle Aspekte Ihres Unternehmens beziehen, wie zum Beispiel:

  • Unternehmensstruktur = Geschäftsstruktur (Einzelunternehmen, Partnerschaft...)
  • Welchen Wert wird Ihr Unternehmen den Kunden bieten = Nutzenversprechen (beschreibt den Nutzen und damit Wert, den Kunden oder Partner erhalten)
  • Umsatzmodelle = Ertragsmodell (PBeispiele für Einnahmequellen eines Unternehmens, wie z. B. E-Commerce, sind Abonnementgebühren, Werbeeinnahmen, Sponsoring und Transaktionseinnahmen.

3. Geschäftsplan

Ein Businessplan wird aus vielen Gründen erstellt: Er hilft, die Machbarkeit Ihres Projekts einzuschätzen, Sponsoren oder Geschäftspartner zu gewinnen, die Sie unterstützen. Darüber hinaus ein Businessplan hilft, die Geschäftsentwicklung zu überwachen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.

Der Finanzplan ist das zentrale Element des Businessplans. Es wird berechnet, wie viel Geld Sie ausgeben werden, wann Sie Geld verdienen und wann die Gewinnschwelle erreicht wird. Ein Finanzplan zeigt, wie viel Kapital für die Gründung eines Unternehmens erforderlich ist.

4. Finanzierung

Wenn das von Ihnen benötigte Kapital Ihre Ersparnisse übersteigt, benötigen Sie Fremdkapital. Für diese Zwecke können Sie klassische Bankdarlehen nutzen, die durch Zuschüsse auf Landesebene ergänzt werden können, oder Sie können Partner finden, die aus eigenen Mitteln den Anteil am Kapital erhöhen, oder Investoren gewinnen, die sich daran beteiligen Gewinne.

6. Gewerbeanmeldung

Sobald Sie über das nötige Kapital verfügen, kann es losgehen. In Deutschland haben Unternehmer freie Wahl bei der Wahl ihrer Tätigkeit. Wenn Sie hier registriert sind und Sie 18 Jahre alt, haben Sie das Recht, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Dieser Vorgang ist nicht so kompliziert, wie es scheint. Oft genügt die Gewerbeanmeldung beim Finanzamt (siehe unten) und schon kann es losgehen.

Es gibt jedoch Ausnahmen. Teilweise sind für bestimmte Tätigkeiten besondere Qualifikationen oder Erlaubnisse (Katalogberufe) erforderlich. Um bürokratische Komplikationen und Verzögerungen zu vermeiden, nehmen Sie sich Zeit, sich mit den Anforderungen Ihrer Branche vertraut zu machen.

Manchmal müssen Gründer Dokumente vorlegen, die ihre Zuverlässigkeit und Zahlungsfähigkeit bestätigen. Zu diesen Dokumenten gehören in der Regel ein Führungszeugnis und eine Bescheinigung des Finanzamtes, die Ihnen die Arbeitsaufnahme ermöglicht.

In manchen Fällen kann es erforderlich sein, zu überprüfen, ob die Räumlichkeiten den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Dies wird in der Regel von der öffentlichen Sicherheit oder von Bauinspektoren durchgeführt (bei Änderungen am Gebäude).

Bitte prüfen Sie vorab, ob für Sie besondere Anforderungen bestehen., welche Unterlagen Sie für die Gewerbeanmeldung benötigen und wo Sie diese erhalten. Achten Sie auf den Kontakt mit Behörden und denken Sie daran, dass dadurch zusätzliche Kosten entstehen können.

Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt

Wenn Sie planen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, müssen Sie es bei der zuständigen Behörde registrieren Gewerbeamt an Ihrem Wohnort. Füllen Sie ein kurzes Formular aus und zahlen Sie eine kleine Gebühr. Das Gewerbeamt informiert das Finanzamt, die zuständige Handelskammer und andere Behörden im Zusammenhang mit der Eröffnung Ihres Gewerbes (abhängig von Ihrer Geschäftsidee kann dies beispielsweise das Gesundheitsamt, das Amt für öffentliche Sicherheit oder das Bauamt sein).

Handwerker*innen anmelden

Wenn Sie planen, einen Handwerksbetrieb zu gründen, sollten Sie sich zunächst bei der Handwerkskammer anmelden. Sie finden eine Liste mit Adressen auf der offiziellen Website. Anschließend können Sie Ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden.

Anmeldung eines freien Berufs (Freiberufler*innen)

Wenn Sie eine freiberufliche Tätigkeit ausüben möchten, müssen Sie keinen Antrag beim Gewerbeamt stellen. Es reicht aus, das Finanzamt über Ihre Verpflichtung zu informieren. Dies kann durch Ausfüllen des Formulars erfolgen (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung)Beispielsweise online über Elster oder beim Finanzamt. Im Fragebogen geben Sie Ihre Rechtsform, den voraussichtlichen Umsatz und Gewinn an und geben außerdem an, ob Sie einer Haupttätigkeit oder einer Nebentätigkeit nachgehen (Nebentätigkeit).

Einige Rechtsformen erfordern die Eintragung in ein besonderes Register. Wenn Sie beispielsweise die Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gewählt haben (GmbH), nach der Registrierung Ihres Unternehmens müssen Sie es in das Handelsregister eintragen. Das Gleiche gilt für alle Händler. Wenn Sie eine Partnerschaft aufbauen (Kommanditgesellschaft, KG) ist auch die Eintragung in das Partnerschaftsregister erforderlich.

Nach der Verarbeitung Ihrer Daten erhalten Sie vom Finanzamt eine Steuernummer (Steuernummer), die Sie auf allen Rechnungen angeben müssen. Und ab sofort können Sie sich offiziell selbstständig machen.

Bild nach Storyset auf Freepik

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