Die Riester-Rente ist eine freiwillige zusätzliche Rentenversicherung mit staatlicher Förderung.
Wichtig: Ab 2027 werden keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen
Die Reform der privaten Altersvorsorge ist beschlossen: Der Bundestag hat sie am 27. März 2026 gebilligt, der Bundesrat am 8. Mai. Neue Riester-Verträge gibt es noch bis zum 31. Dezember 2026. Ab dem 1. Januar 2027 tritt an die Stelle von Riester das Altersvorsorgedepot: Die staatliche Grundzulage steigt von 175 auf bis zu 540 Euro pro Jahr (Höchstbetrag, bei einem Eigenbeitrag ab 1.800 €), eine hundertprozentige Beitragsgarantie ist nicht mehr obligatorisch und Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht erhalten erstmals Zugang zur staatlichen Förderung.
Bereits geschlossene Verträge behalten ihre Gültigkeit – sie werden weder gekündigt noch zwangsweise übertragen. Detaillierte Analyse: Für wen sich die Riester-Rente nicht eignet und was sich ab 2027 ändert.
Wenn Sie dieses Jahr dennoch eine Riester-Rente abschließen, ist es sinnvoll, Tarife mit Fondsanlage in Betracht zu ziehen: Klassische Tarife mit garantierter Verzinsung haben in der Regel eine deutlich geringere Rendite, und die staatlichen Zulagen allein reichen für ein nennenswertes Ergebnis nicht aus.
Und noch ein Vorbehalt, den die Riester-Werbung ausspart: Das Produkt allein sichert keinen Lebensstandard im Alter. Reicht die gesetzliche Rente nicht, greift ein ganz anderes System — was der Staat zahlt, wenn die Rente sehr niedrig ist.
✔️ Der Staat zahlt im Rahmen der Riester-Rente jährlich eine Grundzulage von 175 € pro Erwachsenem und eine Kinderzulage von 300 € pro Kind (geboren ab dem 1. Januar 2008) bzw. 185 € pro Kind (geboren vor 2008).
✔️ Bei Eintritt in den Ruhestand können Sie sich bis zu 30% des angesparten Kapitals als Einmalbetrag auszahlen lassen.
Dadurch wird die Bevölkerung angeregt, die aktiv an der Gestaltung ihrer künftigen Rente mitwirkt.
Im Rahmen des Programms Riester-Rente erhält eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder) jährlich 950 € an Zulagen für die zukünftige Rente oder für den Erwerb von Wohneigentum.
Wie man die Höhe seiner zukünftigen Rente ermittelt, erklären wir in einem separaten Beitrag.
✔️ Die im Rahmen des Programms Riester-Rente angesparten Beträge können nicht nur für die zukünftige Rente, sondern auch für den Kauf von Immobilien und zur Tilgung eines Hypothekendarlehens verwendet werden.
Wichtige Bedingung: Die Immobilie darf nur zur Eigennutzung verwendet werden.
Betrachten wir zwei Beispiele dafür, wie sich Beiträge und Zulagen bei der Riester-Rente je nach Einkommen und Situation berechnen:
Situation: Familie, zwei Kinder, geboren 2010 und 2014. Ein Ehepartner verdient 50.000 € im Jahr. Der andere Ehepartner kümmert sich um die Kinder und den Haushalt.
Option 1: Beide Ehepartner schließen einen Riester-Rente-Vertrag ab, die Kinder werden in den Vertrag des nicht erwerbstätigen Ehepartners aufgenommen.
Eigene Beiträge: 1.050 € des erwerbstätigen Ehepartners (4% des Einkommens, also 2.000 €, minus 950 € Zulagen) + 60 € des nicht erwerbstätigen Ehepartners = 1.110 €
Zulagen: Erwachsene 2 × 175 € + 2 × 300 € Kinder = 950 €
Gesamtsumme der Einzahlungen im Jahr: 2.060 €, davon eigene Beiträge 1.110 €. Rendite in Prozent: 86%
Option 2: Der Riester-Vertrag wird für den berufstätigen Ehepartner abgeschlossen, und die Kinder werden darin aufgenommen.
Eigenanteil: 4% des Einkommens, was 2.000 € entspricht
Zulagen: Erwachsener 175 € + 2 × 300 € Kinder = 775 €
Der Gesamtbeitrag ist auf 2.100 € begrenzt.
Gesamtsumme der Einzahlungen im Jahr: 2.000 €, davon eigener Beitrag 1.225 € (2.000 € – 775 €). Ertrag in Prozent: 63%, was bei den aktuellen Zinssätzen ebenfalls nicht schlecht ist.
Beachten Sie beim Abschluss des Versicherungsprogramms folgende Punkte:
Provision bei Abschluss der Police;
Jährliche Verwaltungskosten;
Gebühr für die Verwendung des Riester-Guthabens zur Finanzierung einer Immobilie. In den meisten Fällen ist dieser Verwendungszweck finanziell nicht rentabel;
Höhe der Gebühren für die Gutschrift der staatlichen Zulagen.
Bitte achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Riester-Police folgenden Punkt enthält:
Rentengarantiezeit – die Möglichkeit, dass der Ehepartner oder die Kinder die Rentenzahlungen erben können. In der Regel für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren. Es gibt Fälle, in denen der Abschluss eines Riester-Rente-Vertrags nicht vorteilhaft ist; mehr dazu erfahren Sie im nächsten Beitrag.
Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl einer Versicherung? Schreiben Sie uns, und wir beantworten Ihre Fragen ausführlich.
Unsere Empfehlungen und Schlussfolgerungen:
- Das Programm lohnt sich besonders für Familien mit Kindern und wenn ein Ehepartner ein geringes oder gar kein Einkommen hat.
- Die Hauptvorteile erhält der Versicherte, wenn sich Kinder in der Familie befinden.
- Das Einkommen lässt sich durch den Abschluss eines Programms mit Fondsinvestitionen vermehren. Unsere Empfehlung sind ETFs.
Häufige Fragen zur Riester-Rente
Was ist die Riester-Rente?
Die Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge, für die der Staat Zulagen zahlt und einen Steuervorteil gewährt. Eingeführt wurde sie 2002, benannt ist sie nach dem früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester. Sparen können Sie in einer Rentenversicherung, einem Bank- oder Fondssparplan oder einem Bausparvertrag, das Guthaben lässt sich auch für die selbst genutzte Wohnung einsetzen. Im Alter zahlt der Vertrag eine lebenslange Rente, die versteuert wird. Nach den bisherigen Regeln können Sie einen Vertrag noch bis zum 31. Dezember 2026 abschließen. Neue Verträge ab 2027 folgen anderen Regeln, etwa als Altersvorsorgedepot.
Wie hoch ist die staatliche Förderung bei Riester?
Die Grundzulage beträgt 175 € im Jahr. Für jedes Kind, für das in der Familie Kindergeld gezahlt wird, kommen 300 € dazu, wenn es 2008 oder später geboren ist, sonst 185 €. Unter 25 gibt es einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus. Die vollen Zulagen erhalten Sie mit dem Mindesteigenbeitrag: 4% Ihrer rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres, höchstens 2.100 €, abzüglich der Zulagen und mindestens 60 € im Jahr. Beispiel: 40.000 € Einkommen, ein Kind, geboren 2015. Sie zahlen 1.125 € ein, der Staat legt 475 € dazu. Zahlen Sie weniger, wird die Zulage anteilig gekürzt.
Wer bekommt die Riester-Zulagen?
Vor allem Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung: Arbeitnehmer und Azubis, auch im Minijob ohne Befreiung von der Rentenversicherungspflicht, Bezieher von Arbeitslosengeld und Eltern in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes. Beamte ebenfalls, wenn sie gegenüber ihrer Besoldungsstelle eingewilligt haben. Ist Ihr Ehepartner nicht selbst förderberechtigt, bekommt er die Zulagen mittelbar, sofern Sie beide einen Vertrag haben und er mindestens 60 € im Jahr einzahlt. Grenzgänger, die im Nachbarland wohnen und in Deutschland rentenversichert sind, haben ebenfalls Anspruch. Die meisten Selbstständigen werden erst ab 2027 gefördert, nach den neuen Regeln.
Wie hoch ist die Riester-Rente?
Eine feste Summe gibt es nicht: Die Rente hängt von Beiträgen, Zulagen, Kosten, Rendite und dem Rentenbeginn ab. Garantiert ist nur, dass zu Beginn der Auszahlung mindestens Ihre Beiträge und die Zulagen zur Verfügung stehen. Gezahlt wird lebenslang, bei Verträgen ab 2012 frühestens ab 62, bei älteren ab 60. Bis zu 30% des Kapitals können Sie sich zu Rentenbeginn auszahlen lassen. Liegt die Rente bei höchstens 59,33 € im Monat (Stand 2026), kann der Anbieter alles auf einmal auszahlen. Die Rente wird voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert.
Was wird aus der Riester-Rente ab 2027?
Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sind, laufen nach den alten Regeln weiter: 175 € Grundzulage, 300 € oder 185 € je Kind. Ab 2027 können Sie per Erklärung gegenüber Ihrem Anbieter in die neue Förderung wechseln, ohne die übrigen Vertragsbedingungen zu ändern: bis zu 540 € im Jahr und bis zu 300 € je Kind, aber abhängig vom Beitrag und erst ab 120 € Eigenbeitrag. Der Wechsel ist unwiderruflich und gilt für alle Ihre Verträge, ein neuer zulagengeförderter Vertrag löst ihn automatisch aus. Ich würde vorher rechnen: Ein Elternteil mit bis zu 20.000 € Einkommen und zwei Kindern unter 18 bekommt nach altem Recht 775 € für 60 € Beitrag, nach neuem 300 € für 120 €.
Was passiert, wenn ich den Riester-Vertrag kündige?
Lassen Sie sich das Geld vorzeitig auszahlen, ist das eine schädliche Verwendung: Sie zahlen alle Zulagen und die Steuerermäßigung zurück, und die Erträge im Vertrag werden in der Regel versteuert. Vor einer Kündigung würde ich zwei andere Wege prüfen. Sie können den Vertrag ruhen lassen, die erhaltenen Zulagen bleiben dann im Vertrag. Oder Sie übertragen das Guthaben auf einen anderen Riester-Vertrag, ab 2027 auch in ein neues zulagengefördertes Produkt, ebenfalls ohne Rückzahlung der Zulagen.
In unserem Video erfahren Sie kurz, was die Riester-Rente ist und für wen sie geeignet ist – und für wen nicht:
Hier ist ein Video von YouTube eingebunden. Um es anzusehen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Dabei werden Daten an Google übermittelt.
Weitere Informationen-
DB Familienticket für 99,99 € jetzt dauerhaft: Bedingungen und Haken
-
Was sich in Deutschland im Oktober 2026 ändert
-
Zahnzusatzversicherung vor Jahresende: Wann das „kurze erste Jahr“ wirklich funktioniert
-
Wege zum Erwerb von Entgeltpunkten
-
Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2027 – raten Sie mal, wer dafür zahlt