Krankenversicherung ist ein wichtiger Teil der Fürsorge für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden. Wenn es jedoch um privaten Krankenversicherung, viele sehen sich widersprüchlichen Informationen und Mythen gegenüber, die Besorgnis hervorrufen. Ist eine private Krankenversicherung tatsächlich nurhabenden Menschen zugänglich, und was passiert mit den Beiträgen im Alter? Wir räumen mit diesen und anderen geläufigen Irrtümern auf.
Kurz gefasst: Wahrheit und Mythen über die PKV
Um die private Krankenversicherung (PKV) in Deutschland ranken sich viele Ängste, und die meisten davon sind Vereinfachungen. Die PKV ist nicht nur «für Reiche»: Sie kann sich für Selbstständige, Beamte und Familien mit einem Alleinverdiener lohnen. Die Beiträge steigen im Alter nicht unkontrolliert – ein Teil der Zahlung fließt in Rückstellungen, die den Preis später senken. Und ja, in einigen Fällen ist die Rückkehr in die GKV möglich. Im Folgenden widerlegen wir die 8 häufigsten Mythen der Reihe nach.
Alle Artikel zur privaten Krankenversicherung in Deutschland:
Krankenversicherung in Deutschland
Die Krankenversicherung in Deutschland ist obligatorisch. Sie können zwischen einer gesetzlichen (GKV) und einer privaten (PKV) Krankenkasse wählen:
GKV – gesetzliche Krankenversicherung. Gesetzliche Krankenversicherung, die Beiträge werden als Prozentsatz des Einkommens berechnet, jedoch maximal 1.028,81 Euro pro Monat (2026Vergessen wir auch nicht den Beitrag zur Pflegeversicherung, der immer zusammen mit der Krankenversicherung anfällt.
PKV — private Krankenversicherung bietet einen individuellen Ansatz, einen erweiterten Schutz sowie einen schnelleren und komfortableren Service. Die Beiträge sind fest und hängen vom Versicherungsschutz und den medizinischen Risiken der versicherten Person ab.
Jede Versicherungsart hat ihre Vor- und Nachteile, aber gerade um die PKV ranken sich zahlreiche Mythen und Stereotype.
Mythos 1: Eine private Krankenversicherung ist nur etwas für Reiche
Das stimmt nur teilweise. Da die gesetzliche Krankenversicherung vom Einkommen abhängt, ist sie im Vergleich zur privaten oft am günstigsten. Für Personen mit hohem Einkommen ist die PKV hingegen oft vorteilhafter, da die Tarife nicht vom Einkommen abhängen und man bei vergleichbarem Verdienst einen umfangreichen Schutz (auch für alle Familienmembers) zu Beiträgen zusammenstellen kann, die niedriger sind als in der gesetzlichen Versicherung. Außerdem ist gemäß dem Versicherungsvertrag eine zusätzliche Ersparnis durch die Rückzahlung eines Teils der Beiträge möglich.
Eine private Krankenversicherung können abschließen:
- ausländische Studenten
- Unternehmer (Selbstständige und Freiberufler)
- Beamte – für sie kann sich die PKV mehr lohnen als die gesetzliche Versicherung
- Arbeitnehmer, die im Jahr mehr als 77.400 Euro brutto verdienen (Stand 2026)
- gut bezahlte Fachkräfte
Mythos 2: Wer einmal in der PKV ist, kann unmöglich in die GKV zurückkehren
Es gibt eine bestimmte Einkommensgrenze. Wenn Ihr Verdienst unter diesen Wert fällt, können Sie sich wieder in der GKV versichern. Dieser Wert ändert sich jedes Jahr, im Jahr 2026 liegt die Grenze bei 77.400 Euro brutto. Ihr Einkommen kann sinken, wenn Sie von Vollzeit auf Teilzeit wechseln oder wenn sich Ihre Lebensumstände so ändern, dass Sie den Status eines Arbeitslosen erhalten und Ihnen Arbeitslosengeld bewilligt wird.
Aber natürlich lässt sich nicht ständig zwischen privater und gesetzlicher Versicherung hin und her «wechseln». Denn jedes Mal sind dafür ein bestimmtes Verfahren und eine Begründung erforderlich. Nach dem 55. Lebensjahr wird dies allerdings noch schwieriger. Aber es ist auch nicht ausgeschlossen.
Mythos 3: Wenn ich diagnostizierte Vorerkrankungen habe, kann ich keine private Krankenversicherung abschließen
Unabhängig vom Gesundheitszustand muss jede Person in Deutschland eine Versicherung (gesetzlich oder privat) haben.Wenn Sie bereits zuvor diagnostizierte Erkrankungen haben, können Sie dennoch eine PKV abschließen, diese können jedoch auch ein Grund für eine Ablehnung sein. Chronische Krankheiten sind nicht unbedingt ein Grund für eine Ablehnung. In diesem Fall haben Sie einen Risikozuschlag und möglicherweise werden einige Leistungen ausgeschlossen oder gekürzt. Einige Erkrankungen können jedoch tatsächlich ein Grund für die Ablehnung der Versicherung sein.
Es ist wichtig, den Fragebogen beim Vertragsabschluss ehrlich auszufüllen.
Einzelheiten zur privaten Krankenversicherung finden Sie in unserem Artikel
Mythos 4: Im hohen Alter sind die monatlichen Beiträge sehr hoch.
Ganz zu Beginn, beim Abschluss der Versicherung, zahlen Sie sowohl die Versicherungsbeiträge als auch den Teil, der Ihnen künftige Rentenzahlungen sichert. Das ist der sogenannte Alterungsrückstellung. Je früher Sie zu zahlen beginnen, desto mehr Rentenzahlungen in die private Krankenversicherung können Sie leisten. Wenn Sie also über einen längeren Zeitraum für die private Krankenversicherung gezahlt haben, sinken Ihre monatlichen Beiträge zum Zeitpunkt des Renteneintritts. Daher sind in dieser Frage eine langfristige Planung und ein richtig gewählter Tarif wichtig.
Wenn Sie sich zu spät für eine private Krankenversicherung entscheiden, steigen die monatlichen Beiträge automatisch an, damit Sie rechtzeitig genug Rücklagen für das besagte finanzielle Polster in der Zukunft bilden können. Dies sollte berücksichtigt werden, und ab einem bestimmten Punkt lohnt sich der Wechsel in die PKV einfach nicht mehr.
Mythos 5: Die private Krankenversicherung wird ständig teurer
Versicherungsbeiträge steigen im Laufe der Zeit zweifellos. Der Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung. Dies geschieht jedoch auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Erhöhung der Kosten für die private Versicherung ist gesetzlich geregelt und prozentual begrenzt. Zudem wird der Anstieg der PKV-Kosten nicht dadurch beeinflusst, dass Sie älter werden. Aus unserer Praxis können wir anmerken, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sogar etwas schneller steigen als im privaten Sektor.
Mythos 6. Ohne private Krankenversicherung stehen mir keine erweiterten Leistungen und ein verbesserter Service zur Verfügung
Ähnliche Leistungspakete können Sie durch den Abschluss zusätzlicher Krankenversicherungen ergänzend zu Ihrer GKV erhalten.
Mythos 7: Private Krankenversicherung lohnt sich für Familien mit Kindern nicht
Natürlich kann in der gesetzlichen Krankenversicherung, wie wir alle wissen, die ganze Familie ohne zusätzliche Beiträge mitversichert werden. Aber um das gewünschte Leistungspaket zu gewährleisten, «bucht» man zum Basistarif das Notwendige durch Zusatzversicherungen hinzu. Und genau hier spricht der Preis für die private Krankenversicherung. Denn am Ende erhalten Sie eine bessere Qualität der Leistungen für weniger Geld.
Mythos 8: In der privaten Krankenversicherung werden alle medizinischen Kosten übernommen
Eigentlich zahlt der Versicherer nur das, was versichert ist. Deshalb sollte man die Bedingungen seines Tarifs sorgfältig lesen und nicht nur auf den Preis schauen.
Wir haben acht gängige Mythen über die private Krankenversicherung in Deutschland widerlegt. Wir hoffen, dass es Ihnen nun leichter fällt, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Denn das Leben ist ein langer und vielseitiger Weg, und Gesundheit und Wohlbefinden gehören zu den wertvollsten Geschenken, die Sie sich selbst machen können.
Unsere Berater stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung, um Ihnen dabei zu helfen, die optimale Versicherungslösung zu finden, die Ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Kontaktieren Sie uns auf einem Weg, der für Sie am bequemsten ist, und wir bieten Ihnen gerne eine kostenlose Beratung an, damit Sie Ihre Wahl sicher und mit vollem Verständnis aller Möglichkeiten treffen können.
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