Der Juni 2025 verspricht ein ereignisreicher Monat für die Menschen in Deutschland zu werden: von Änderungen im Rentensystem und bei den digitalen Verbraucherrechten bis hin zur Verabschiedung des neuen Bundeshaushalts und Neuerungen im Energiebereich. Wichtige Gesetzesinitiativen treten in Kraft, es gibt Verschiebungen in der Sozialpolitik, und außerdem sind große Kultur- und Sportveranstaltungen geplant.
Was genau sich ändern wird, welche neuen Regeln in Kraft treten und welche Ereignisse Ihren Alltag beeinflussen könnten – das analysieren wir in diesem Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Finanzen und Wirtschaft
Senkung der Einkommensgrenze für das Elterngeld
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil plant, den Entwurf des Bundeshaushalts für 2025 Ende Juni vorzulegen. Dies wird der erste vollständige Haushalt nach dem Zusammenbruch der vorherigen Koalition im Herbst 2024 und monatelanger vorläufigen Haushaltsführung sein. Der neue Haushalt soll die Wirtschaftspolitik stabilisieren und die Prioritäten der neuen Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD widerspiegeln.
Der Haushaltsentwurf enthält aufgrund der Aufhebung der Schuldenbremse rekordverdächtige 110 Milliarden an Investitionen. Aber wie soll man angesichts der rekordverdächtigen Rückgänge bei den Steuereinnahmen von Unternehmen vorgehen?
Sozialpolitik und Rentensystem
Erhöhung der Renten
Ab Juli steigen die Renten in Deutschland um 3,74%. Wer vor März 2004 in den Ruhestand gegangen ist, erhält die Erhöhung bereits Ende Juni. Alle anderen erhalten sie im Juli. Von der Rentenerhöhung im Juni sind etwa 20% Rentner betroffen.
Was sich auch auf die Erhöhung des Wertes eines Rentenpunktes von 39,32 auf 40,79 Euro auswirken wird.
Recht auf Urlaub nach einer Fehlgeburt
Ab dem 1. Juni haben Frauen, die eine Schwangerschaft ab der 13. Woche verloren haben, Anspruch auf eine bezahlte Erholungszeit (Mutterschutz). Deren Dauer hängt von der Schwangerschaftswoche ab und beträgt zwischen 2 und 8 Wochen. Der Arbeitgeber darf die Frau in diesem Zeitraum nicht ohne ihre Zustimmung zur Arbeit heranziehen.
Gesetzesänderungen
Verbot der vereinfachten Anfechtung der Ablehnung eines Schengen-Visums
Noch bis Ende Juni gilt das vereinfachte Verfahren für eine kostenlose und formlose Beschwerde gegen die Ablehnung von Schengen- und nationalen Visa für ausländische Antragsteller, das sogenannte Remonstrationsverfahren. Ab dem 1. Juli wird diese Möglichkeit jedoch abgeschafft; für eine Beschwerde muss dann Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht werden. Die Klagefrist beträgt 1 Monat ab Erhalt der Ablehnung.
Regulierung, Verbraucherschutz und Infrastruktur
Neue Regeln auf dem Strommarkt
Ab dem 6. Juni wird es bei einem Wohnortwechsel nicht mehr möglich sein, den Stromanbieter rückwirkend zu wechseln. Wenn man nicht rechtzeitig einen Vertrag abschließt, wird man automatisch beim Grundversorger angemeldet, der oft teurer ist. Zuvor bestand das Recht auf die Wahl eines neuen Stromanbieters innerhalb von 6 Wochen nach dem Umzug. Ab Juni können die Anbieter innerhalb von 24 Stunden gewechselt werden.
Bei Strom und Gas lässt sich je nach Familiengröße durch einen Wechsel und die Auswahl aus Hunderten von Tarifen oft 200 bis 500 Euro im Jahr sparen. Der Anbieterwechsel ist einfach und verläuft in der Regel reibungslos. Im Artikel erklären wir zudem, wie man das am besten macht.
Obligatorische Gasprüfung in Wohnmobilen
Ab Juni müssen Halter von Wohnwagen mit Gasanlagen alle zwei Jahre zur Technischen Überprüfung.
Digital- und Verbraucherpolitik
Gesetz über digitale Barrierefreiheit
Am 28. Juni tritt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft, das Unternehmen verpflichtet, ihre digitalen Produkte (Smartphones, Geldautomaten usw.) für Menschen mit Behinderungen anzupassen. Es werden Leichte Sprache, taktile Elemente und Screenreader eingeführt. Für bestimmte Produkte gilt eine Übergangsfrist bis 2030.
Updates für Smartphones
Ab dem 20. Juni sind die Hersteller verpflichtet, Updates für Smartphones für mindestens 5 Jahre nach Ende des Verkaufs bereitzustellen und Ersatzteile für weitere 7 Jahre zu liefern. Außerdem erhalten die Geräte ein Energieeffizienzlabel (EPREL).
USB-C als einheitlicher Ladestandard
Ab dem 20. Juni müssen in der EU alle neuen Smartphones den USB-C-Anschluss unterstützen. Dies macht das Aufladen universell und reduziert Elektroschrott.
Netflix beendet Unterstützung für ältere Fire-TV-Sticks
Ab dem 2. Juni stellt Netflix die Unterstützung älterer Fire-TV-Modelle, die vor 2014 veröffentlicht wurden, aufgrund ihrer Inkompatibilität mit neuen Technologien ein.
Bei Netflix gab es einen interessanten Fall: Seit 2017 haben sie den Preis für das Premium-Abonnement in Deutschland viermal erhöht – von 11,99 € auf 19,99 €. Ein Nutzer klagte und gewann: Das Kölner Gericht entschied, dass Netflix das Recht fehlte, den Preis ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden zu erhöhen. Eine einfache Benachrichtigung per Pop-up-Fenster gilt nicht als vereinbarte Vertragsänderung.
Nun können alle Nutzer unter Berufung auf Urteile von Gerichten in Berlin und Köln die Erstattung von Überzahlungen für den Zeitraum von 2022 bis April 2024 fordern.
Zusammenführung der Bonusprogramme von MediaMarkt und Saturn
Ab dem 11. Juni erhalten MediaMarkt- und Saturn-Kunden ein einziges Bonusprogramm und die Möglichkeit, in beiden Märkten Punkte zu sammeln. Alte Konten werden automatisch zusammengelegt. Wir erinnern daran, dass beide Ketten denselben Eigentümer haben.
Wochenenden, Feiertage und kulturelle Veranstaltungen im Juni
Feiertage
In den meisten Bundesländern werden zwei offizielle Feiertage erwartet, in den katholischen Regionen jedoch drei.
8. Juni (Sonntag) — Pfingstsonntag. Wird in Brandenburg gefeiert.
9. Juni (Montag) — Pfingstmontag. Offizieller Feiertag in allen Bundesländern.
19. Juni (Donnerstag) — Fronleichnam, Fest des Leibes und Blutes Christi. Wird in folgenden Bundesländern gefeiert: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland.
15. Juni (Sonntag) Zum ersten Mal wird der Nationale Tag der Veteranen begangen. Unter “Veteranen” versteht man diejenigen, die in den Streitkräften – der Bundeswehr – mit ausgezeichneten Verdiensten gedient haben.
Christopher Street Day
28. Juni – Christopher Street Day – in ganz Deutschland finden in mehr als 60 Städten Märsche und Kundgebungen zur Unterstützung der Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft statt. Die Hauptparade findet am 7. Juli in Köln statt.
Nach den antiamerikanischen LGBTQ+-Gesetzen im Frühjahr unter Trump haben deutsche Unternehmen begonnen, ihre DEI-Politik (Vielfalt, Gleichberechtigung, Inklusion) an die US-Anforderungen anzupassen. Aldi und SAP haben Erwähnungen von DEI von ihren US-Websites entfernt, Santander hat aufgehört, Diversität bei der Berechnung von Boni in den USA zu berücksichtigen, und ISS (im Besitz der Deutschen Börse) hat aufgehört, die Geschlechterzusammensetzung von Vorständen US-amerikanischer Unternehmen zu berücksichtigen. Dennoch bleibt die Unterstützung für LGBTQ+ in Deutschland bestehen, wie Pride-Paraden beweisen.
Karneval der Kulturen
Der Karneval der Kulturen in Berlin findet vom 6. bis 9. Juni statt. Dies ist eine farbenfrohe jährliche Veranstaltung, die der kulturellen Vielfalt gewidmet ist.
Sport
Finale der UEFA Nations League.
Am 8. Juni findet in der Allianz Arena in München statt UEFA-Nations-League-Finale.
PDC World Cup of Darts
Vom 12. bis 15. Juni findet in Frankfurt der PDC World Cup of Darts statt.
-
Mindestrente in Deutschland: warum es sie nicht gibt und was stattdessen gezahlt wird
-
Direktversicherung in Deutschland: Was bei der Auszahlung abgezogen wird
-
Waisenrente 2026: Höhe für Halb- und Vollwaisen
-
bAV für Arbeitgeber: die Pflichten des Unternehmens in Deutschland
-
Betriebsrente: die Rente vom Arbeitgeber in Deutschland