Krypto-Investitionen – Gier und Angst

Gier und Angst – zwei Grundinstinkte des Menschen, die das rationale Denken vollständig unterdrücken. Die Zeiten ändern und auch die Anlageoptionen wandern. Aber das, was die Menschen immer begleitet, sind diese beiden Grundinstinkte. Erst wenn Sie sich eingestehen, dass Sie keine Ausnahme sind und genauso gierig und ängstlich sein können, und erst wenn Sie Ihre Fehler eingestehen und aus ihnen lernen, erst dann haben Sie eine Chance, beim Investieren erfolgreich zu sein. Denn wie man weiß, sind die meisten Krypto-Investoren
verlieren Geld.

Wozu diese Einleitung, wenn wir heute über Bitcoin sprechen, oder wie er heutzutage oft genannt wird, «digitales Gold»? Weil bei keiner anderen Anlage diese Grundinstinkte so stark sind wie bei Kryptowährungsinvestitionen. Viele vergleichen Kryptowährungen mit dem Klondike-Goldrausch, andere mit der Tulpenmanie, und einige Skeptiker sprechen von einer ganz typischen Blase auf dem Finanzmarkt, von einem Produkt, dessen Wert irgendwo nahe Null liegt.

In dem heutigen Gastbeitrag möchte ich Ihnen das Thema der Marktzyklen und der Anlegerpsychologie am Beispiel von Bitcoin näherbringen. Wir werden uns einige Muster ansehen und einige Punkte festhalten, die für den langfristigen Erfolg eines Anlegers absolut unerlässlich sind.

Krypto-Investitionen – Gier und Angst

Aber lassen Sie uns zuerst über Geschichte sprechen! Nicht über Napoleons Kriege oder den Zweiten Weltkrieg, sondern über die Vergangenheit als solche, denn in den meisten Fällen kann uns nur die Vergangenheit genügend Informationen liefern, um fundierte Investitionsentscheidungen für die Zukunft zu treffen. Man sagt, je länger der Zeitraum ist, den wir analysieren, desto mehr Informationen können wir daraus gewinnen und desto fundierter werden die Entscheidungen sein. Die erste Kryptowährung, Bitcoin, wurde erst 2009, nach der großen Immobilienkrise, geboren. Daher ist der Zeitraum, den wir analysieren können, ebenfalls relativ begrenzt: 14 Jahre.

Doch selbst in einem so kurzen Zeitraum konnten aufmerksame Investoren gewisse Muster erkennen. Einerseits sind Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen sehr zyklisch, genau wie einige Aktien, nur viel extremerer Natur. Hier möchte ich ein Zitat von Howard Marks, dem Gründer von Oaktree Capital Management, anbringen:

Wirtschaft, Unternehmen und Märkte folgen ebenfalls Mustern. Einige dieser Muster werden gemeinhin als Zyklen bezeichnet. Sie entstehen durch natürliche Phänomene, aber – und das ist wichtig – auch durch die Höhen und Tiefen der menschlichen Psyche und des menschlichen Verhaltens, das daraus resultiert. Da die menschliche Psychologie und das menschliche Verhalten eine so wichtige Rolle bei ihrer Entstehung spielen, sind diese Zyklen nicht so regelmäßig wie die Zyklen von Uhren und Kalendern, aber sie führen zumindest zu Zeiten, die besser oder schlechter für bestimmte Handlungen geeignet sind. Und sie können einen tiefgreifenden Einfluss auf Anleger haben. Wenn wir auf die Zyklen achten, können wir gestärkt aus ihnen hervorgehen. Indem wir frühere Zyklen studieren, ihren Ursprung und ihre Bedeutung verstehen und uns auf den nächsten vorbereiten, müssen wir das Rad nicht für jedes Investitionsumfeld neu erfinden. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass uns Ereignisse völlig unvorbereitet treffen. Wir können diese sich wiederholenden Muster zu unserem Vorteil nutzen, um unseren Wert zu steigern.

Nach diesem Auszug verstehen wir, dass das Bewusstsein für Zyklen und deren Einfluss auf die menschliche Psyche viel wichtiger ist als das Verständnis der Technologie selbst. Das bedeutet nicht, dass wir uns überhaupt nicht mit Technologie befassen müssen. Wir brauchen ein gewisses Grundverständnis für jede Investition, die wir tätigen. Vielmehr meine ich damit, dass wir nicht zu viel Zeit mit technischen Details verschwenden und dabei das große Ganze aus den Augen verlieren sollten.

Wenn wir die Vergangenheit analysieren und feststellen, dass Kryptowährungen sehr zyklisch sind und dass auf die Hype-Phase ein lang anhaltender Bärenmarkt einschließlich einer Akkumulationsphase folgt, können wir unsere Investitionen entsprechend ausrichten. Was sind die typischen Fehler eines neuen Investors, der in Kryptowährungen investieren möchte? Normalerweise erfährt er davon, wenn alle darüber sprechen, und eigentlich ist es schon zu spät: Fernsehen, Radio, Zeitungen, sogar sein Nachbar Klaus hat bereits investiert! In diesem Moment läuten alle Alarmglocken für den Investor, der sich zuvor mit Marktzyklen befasst hat. Aber unser unerfahrener Investor vertritt die Meinung, dass es noch eine Weile so positiv bleiben wird, und bei der ersten Korrektur kauft er nach, ohne zu ahnen, dass dies erst der Anfang einer jahrelangen Korrektur ist. Wenn er die Zyklen verstehen würde, könnte er sofort erkennen, dass das aktuelle Chance-Risiko-Verhältnis ziemlich mies ist und dass es besser wäre zu warten.

Die Hauptfrage lautet: In welcher Marktphase befinden wir uns?

Zu verstehen, in welcher Marktphase wir uns gerade befinden, ist wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe, aber sie ist nicht unüberwindbar. Je länger Sie sich mit den Finanzmärkten und insbesondere mit Kryptowährungen beschäftigen, desto besser werden Sie im Laufe der Zeit ein Gefühl für sie entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit sollte den folgenden Faktoren gesidmet werden: der allgemeinen Nachrichtenlage, dem aktuellen Inflationsniveau und der Stärke des US-Dollars (DXY-Chart). Ein starker US-Dollar wirkt sich negativ auf risikoreiche Vermögenswerte wie Bitcoin oder Technologieaktien aus. Auch allgemeine makroökonomische Prozesse spielen eine Rolle. Wenn irgendwo Krieg herrscht und alle Marktteilnehmer verunsichert sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich Bitcoin vom Markt abkoppelt und neue Höchststände erreicht. Der Tenor hat sich seit 2018 völlig verändert. Damals hieß es noch, wenn die Märkte einbrechen, würden Kryptowährungen die Rettung sein und das gesamte Kapital aufsaugen. Aber nach der Coronavirus-Pandemie haben wir gesehen, dass dies nicht der Fall ist.

„Warum sollte es anders sein, wenn den Markt jetzt dieselben Akteure dominieren wie bei Aktien und sie Bitcoin als Erste abstoßen, sobald am Horizont die ersten Anzeichen einer Rezession oder einer schweren Korrektur auftauchen?“

«Also, was soll ich jetzt tun? Investieren oder warten?»

 – wird sich der frisch gebackene Investor nun fragen. Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir auf alles sofort eine Antwort haben wollen, ohne nachzudenken. So funktioniert unser «faules» Gehirn. Wir mögen keine Ungewissheit! Wir werden unsicher, wenn uns Informationen fehlen, und umgekehrt: Je mehr Informationen wir haben und je besser wir Prozesse verstehen und zuordnen können, desto sicherer fühlen wir uns, und das nicht nur beim Investieren!

Fazit: Wie wird man ein erfolgreicher Krypto-Investor?

In diesem kurzen Gastbeitrag wollte ich keine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben, in der ich zeige, welche Kryptowährungen man kaufen sollte und wann. Das führt zu nichts. Andererseits hilft Ihnen unabhängiges Denken. Was macht schließlich einen erfolgreichen Investor aus? Für einen erfolgreichen Investor liegt der Fokus nicht auf dem kurzfristigen Gewinn, sondern auf seinem langfristige Strategien. Er versteht, wie Marktzyklen und Anlegerpsychologie funktionieren, und baut seine Strategie entsprechend auf, denn ohne eine Strategie ist man dem Markt und den Emotionen ausgeliefert! Er weiß, dass auch er gierig und ängstlich sein kann, aber er versucht, diese Schwächen in Vorteile zu verwandeln. Ein erfolgreicher Investor ist stets bemüht, sich neues Wissen anzueignen und Ideen mit Gleichgesinnten auszutauschen, um seine Erfolgsquote zu steigern.

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Bild von frimufilms

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