Frühstartrente: 10 € im Monat vom Staat für Kinder von 6 bis 18 Jahren

Am 12. August 2026 hat das Kabinett den Gesetzentwurf zur Frühstartrente beschlossen; die erste Lesung im Bundestag fand am 25. September statt. Ab dem sechsten Lebensjahr kann ein Kind staatliche Unterstützung für die Altersvorsorge erhalten – 10 Euro pro Monat. Wir erklären, wer darauf Anspruch hat, wie viel tatsächlich zusammenkommt und was Eltern jetzt tun sollten.

Inhaltsverzeichnis

Was genau hat das Kabinett beschlossen?

Am 12. August, genau zwischen der Sonnenfinsternis und dem Höhepunkt der Perseiden, machte sich das Kabinett mitten in der Urlaubszeit an die Arbeit. Keine naheliegende Zeit für eine Rentenreform — aber anscheinend war hinter den Kulissen schon lange alles beschlossen.

Kern: Die Regierung hat den Regierungsentwurf des Gesetzes zur Frühstartrente gebilligt. Ein Kind erhält ab dem sechsten Lebensjahr einen staatlichen Beitrag in ein individuelles Altersvorsorgedepot. Der Beitrag wird bis zur Volljährigkeit gezahlt.

Ich stelle mir das Gespräch zehnjähriger Kinder der Zukunft vor: „Und, was hast du für ein Rentendepot?“ – „Diversifiziert: Lego, Roblox und ein bisschen ETF.“

Bedingungen: Wer es erhält und was zu tun ist

Als Erste kommen die Sechsjährigen in das Programm – die Einführung erfolgt schrittweise. Die Beiträge werden rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gutgeschrieben, das Gesetz selbst soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Wie viel wird sich tatsächlich ansammeln

Bei einer Rendite von 7 % pro Jahr handelt es sich um ein Berechnungsszenario der Regierung und nicht um eine Garantie:

bis zum 18. Geburtstag liegen im Depot ungefähr 2.200 €; bleibt das Geld bis zur Rente angelegt — theoretisch etwa 53.000 €; wenn die Eltern bis zum 18. Lebensjahr monatlich weitere 10 € dazuzahlen — beträgt das Endergebnis zur Rente ungefähr 107.000 €.

Die reale Rendite hängt davon ab, worin genau das Geld investiert wird, von den Gebühren und von der Marktlage. Die Inflation darf man ebenfalls nicht außer Acht lassen: 53.000 € in sechzig Jahren sind nicht dasselbe wie 53.000 € von heute.

Infografik: Frühstartrente — 10 € pro Monat, 1.440 € in 12 Jahren, ca. 53.000 € zur Rente

Wenn die Eltern kein Depot eröffnet haben

Die Beiträge gehen nicht verloren. Der Staat legt sie kollektiv am Kapitalmarkt an, verwaltet durch die Deutsche Bundesbank.

Später kann das Kind das Angesparte bis zum Alter von 35 Jahren in einen eigenen AVD-Vertrag übertragen. Wird dies nicht getan, fließen die Mittel in den Bundeshaushalt zurück.

Steuern, Gebühren und Zugriff auf Geld

Das unterscheidet die Konstruktion grundsätzlich von einem normalen Brokerkonto auf den Namen des Kindes – dort ist das Geld jederzeit verfügbar, aber es gibt keine steuerlichen Vorteile. Die Logik ist dieselbe wie beim Altersvorsorgedepot für Erwachsene, das 2027 startet.

Was verunsichert

Die Regierung will die Menschen buchstäblich von der Schulbank an an langfristiges Sparen gewöhnen. Und das ist gar nicht mal schlecht. Aber 10 € im Monat vom Staat im Jahr 2026 sind eher eine symbolische Geste als eine Rentenrevolution. Ein wichtiger Punkt auf der To-do-Liste der Bundesregierung – ja. Aber eine bescheidene Realität für eine konkrete Familie.

Das Kalkül liegt offenbar woanders: Die ersten 10 € sollen ein Tor zu weiteren, eigenständigen Ersparnissen öffnen. Damit die Eltern das Depot sehen, selbst einzahlen und das Kind später eigenständig weiterinvestiert.

Es bleiben Fragen: Wohin werden die Beiträge investiert und wie hoch wird die reale Rendite sein; welche Gebühren werden die jeweiligen Programme haben. Ein weiterer Kritikpunkt an der Konstruktion: Das Depot wird nicht automatisch eröffnet, alles hängt von der Initiative der Eltern ab. Bei Familien mit niedrigem Einkommen ist diese Initiative statistisch gesehen geringer – das bedeutet, die Kluft bei den Ersparnissen wird sich möglicherweise nicht verringern, sondern verfestigen.

Was Eltern jetzt tun können

Eine ausführliche Erklärung dazu, wie das Rentensystem in Deutschland aufgebaut ist, wird helfen zu verstehen, wo das Kinderdepot integriert wird.

Doch die Rente ist nur eines der Themen, an die Eltern früh denken. Krankenversicherung, Absicherung bei Unfall und das Sparen bis zur Volljährigkeit haben wir auf einer Seite zusammengefasst: Versicherungen und Sparen für Kinder in Deutschland.

Häufige Fragen

Vom sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit. Die Ersten, die in das Programm aufgenommen werden, sind Kinder, die im Jahr 2020 geboren wurden.

10 € pro Monat, 120 € pro Jahr, maximal 1.440 € in zwölf Jahren. Nach dem Berechnungsszenario der Regierung beläuft sich der Betrag bei einer jährlichen Rendite von 7 % bis zum 18. Lebensjahr auf etwa 2.200 €.

Die Beiträge werden kollektiv unter der Verwaltung der Deutschen Bundesbank angesammelt. Ein Übertrag in einen eigenen Vertrag ist bis zum Alter von 35 Jahren möglich, danach fließen die Mittel in den Haushalt zurück.

In der Regel nein: Die Gelder sind an den Vorsorgezweck gebunden und frühestens ab 65 Jahren verfügbar.

Nein. Der Gesetzentwurf wurde vom Kabinett beschlossen, durchläuft aber noch den Bundestag (erste Lesung am 25. September 2026). Einen konkreten Einreichungstermin gibt es noch nicht.

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