Börsengehandelte Fonds (ETF), oder börsengehandelte Fonds, stellen ein wichtiges Element der modernen Finanzwelt dar. Doch was sind ETFs und warum ziehen sie das Interesse von Anlegern auf sich? In diesem Artikel beleuchten wir die Schlüsselaspekte von ETFs, erklären, wie sie funktionieren und warum sie zu einem beliebten Instrument zur Portfolio-Diversifikation und zum Erreichen finanzieller Ziele geworden sind.
Was ist ein ETF?
ETF — «Exchange Traded Fund», ein börsengehandelter Fonds. Um besser zu verstehen, was ein ETF ist, stellen Sie sich folgendes Bild vor:
7 Investoren haben beschlossen, sich zusammenzuschließen, um $100 zu kaufen und 10 Aktien zu erwerben, da es für jeden Einzelnen zu teuer wäre, diese 10 Aktien allein zu kaufen. Die Gruppe hat einen Fonds gegründet, diese 10 Aktien aus dem gemeinsamen «Topf» gekauft und anschließend die Anteile des Fonds zu gleichen Teilen untereinander aufgeteilt. Im Ergebnis wurde jeder Investor Eigentümer eines Anteils, d. h. eines Siebtels jeder Aktie. Genau nach diesem Prinzip funktioniert ein börsengehandelter Investmentfonds – ein ETF.
In Finanzkreisen wird oft gesagt, dass ETFs haben das Investieren «demokratisiert». Dank ihnen ist der Aktienmarkt für Privatanleger zugänglich geworden, die nicht über großer Investitionssummen.
Die Geschichte der Entstehung von ETFs
Die Idee für ein solches innovatives Börsenprodukt, das die Marktvolatilität verringern kann, entstand bereits im Jahr 1988 und stammte von Nathan Most, dem Vizepräsidenten für die Entwicklung neuer Produkte an der American Stock Exchange (AMEX). Aufgrund bürokrätischer Hürden überließen die Amerikaner jedoch den Kanadern die erste Umsetzung dieser Idee. Diese Jungs waren etwas schneller und brachten 1990 den ersten offiziellen ETF heraus, der den Toronto Stock Exchange 35 Index – den Index der Börse von Toronto – abbildete.
Erst drei Jahre später, 1993, erblickte der berühmte SPY (auf Deutsch «Spider») das Licht der Welt – der erste US-amerikanische ETF auf den S&P-500-Index (SPDR S&P 500 ETF). Heute ist der SPY der am meisten gehandelte börsengehandelte Fonds der Welt, und Hunderte von Milliarden Dollar werden von ihm verwaltet.
ETF-Anbieter
Jeder börsengehandelte Fonds, oder ETF, wird von einem bestimmten Unternehmen verwaltet, das als «ETF-Anbieter» bezeichnet wird. Ein Anbieter verwaltet in der Regel mehrere oder viele Fonds.
Es gibt weder gute noch schlechte Anbieter. Jeder hat einfach seine eigenen Besonderheiten in Bezug auf Gebühren, Region, Verwaltungsmethode usw.
- Liste der größten ETF-Anbieter weltweit:
- iShares
- Vanguard
- Invesco
- SPDR
- Amundi
- Xtrackers
- WisdomTree
Wichtig: Wenn der ETF-Emittent bzw. -Anbieter insolvent geht, kann der Investor Ansprüche auf die im Fondsportfolio befindlichen Wertpapiere geltend machen.
Vorteile von ETFs
- ETFs bieten im Vergleich zu anderen Anlageinstrumenten eine Reihe von Vorteilen:
- 1. ETFs helfen dabei, Marktrisiken durch den Diversifikationseffekt maximal zu minimieren. Dank eines breiten Portfolios verschiedener Aktien/Anleihen innerhalb eines ETFs (bis zu 4.000 Aktien) wird das Portfolio des Anlegers weniger volatil und in Krisenzeiten widerstandsfähiger.
- ETF sind eine hervorragende Möglichkeit, den «gesanzen Markt» auf einmal zu kaufen – mit geringem Aufwand und ohne die zermürbende Auswahl einzelner Aktien. Ein tolles Instrument für Anleger mit kleinem Startkapital. Für den Kauf des ersten ETF-Fonds reichen bereits 100 Euro.
- 3. Menschen, die gerade erst den Weg des Investierens beschreiten und versuchen, den Markt «anzuzeigen», werden mit ETFs wahrscheinlich eine höhere Rendite erzielen als mit einzelnen Aktien.
- ETFs sind ideal für passive Investoren. Ein Investor benötigt nicht viel Zeit, um ein Anlageportfolio auf Basis von ETFs zu verwalten. Ein paar Stunden im Jahr reichen völlig aus.
Wie wählt man ETFs aus?
- Nach welchen Kriterien sollte man also qualitative ETFs auswählen, die als Basis für ein ausgewogenes und stabiles Portfolio dienen? Hier ist die vollständige Liste:
- 1. Die «Total Expense Ratio» (engl.), abgekürzt «TER», dt. «Verwaltungsgebühren» – die Verwaltungsgebühr für den Fonds, ausgedrückt in % des Fondsvermögens. Wenn Sie beispielsweise 1.000 € in den ETF X investieren, dessen TER bei 0,2% liegt, zahlen Sie dem Anbieter dieses ETFs im Jahr ganze 2 €. «Das sind doch nur Kleingeld», werden Sie sagen. Bei breit angelegten Index-ETFs liegt der TER in der Regel bei 0,07–0,25 % pro Jahr, bei Nischen- und Branchen-ETFs erreicht er bis zu 0,5–0,8 %. Zum Vergleich: Aktiv verwaltete Fonds verlangen 1,5–2 % pro Jahr und mehr. Die TER wird automatisch vom Wert des ETFs abgezogen und ist in der Praxis «nicht sichtbar». Je niedriger sie jedoch ist, desto besser – und desto effektiver spiegelt der ETF die Entwicklung des Index wider.
- 2. Wir spielen in der Oberliga. Keine Zwergfonds. Das verwaltete Vermögen (AuM – engl. «Assets under management») muss mindestens $400 Mio. betragen. Es liegt nahe, dass ein Fonds umso zuverlässiger sein muss, je mehr Menschen ihm ihr hart verdientes Geld anvertraut haben. Außerdem sind die Gebühren großer Fonds in der Regel niedriger, da sie sich dies leisten können.
- 3. Gründungsdatum des Fonds. Je älter der Fonds ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er nicht aufgelöst wird. Wir wählen nach Möglichkeit die ältesten Fonds aus.
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4. Wir wählen die physische Replikation. Die Aufgabe eines ETF besteht darin, die Wertentwicklung eines bestimmten Index (oder Vermögenswerts) nachzubilden (zu replizieren). Nach der Replikationsmethode lassen sich ETFs in zwei Arten unterteilen:
1. Physische Replikation (innerhalb des Fonds befinden sich direkt Aktien aus dem Index);
2. Synthetische Replikation (oder „SWAP“) (im Fonds befinden sich keine im Index enthaltenen Wertpapiere).
An ihrer Stelle – Swap-Verträge zwischen der Verwaltungsgesellschaft und Banken. Wir wählen Fonds mit physischer Replikation. Sie sind transparenter. - 5. Zusammensetzung des Fonds. Es kommt vor, dass ein einzelnes Unternehmen bis zu 20% des Fonds ausmacht. Das ist zu viel. Wir achten darauf, dass es bei der Zusammensetzung des ETF keine starke Gewichtung zugunsten eines (oder zweier) Unternehmen gibt.
- 6. Keine gehebelten (englisch „leveraged“) und inversen (englisch «inverse») ETFs.
- 7. «Alles Geniale ist einfach, und alles Einfache ist genial» – dieser Satz spiegelt einfach perfekt das Hauptprinzip der ETF-Auswahl wider. Beginnen Sie mit den einfachsten Strategien. Möchten Sie trotzdem Elemente persönlicher Kreativität in Ihr Portfolio einbringen? Dann reservieren Sie dafür einen bestimmten (geringfügig) (!) Teil des Portfolios und schaffen Sie nach Herzenslust.
Was in Artikeln über ETFs normalerweise nicht steht
Replikationsmethode: physisch, Sampling, synthetisch
Vollständige physische Replikation — Der Fonds kauft tatsächlich alle Wertpapiere des Index in denselben Proportionen. Die transparenteste Variante, anwendbar dort, wo es nur wenige Wertpapiere gibt.
Sampling – Der Fonds kauft eine repräsentative Stichprobe anstelle aller Wertpapiere. So funktionieren die meisten Fonds auf den MSCI World: Es ist teuer, anderthalbtausend Positionen zu halten. Formal ist das ebenfalls eine physische Replikation.
Synthetische Replikation über Swap — Der Fonds hält einen Korb beliebiger Wertpapiere und tauscht dessen Rendite gegen die Indexrendite im Rahmen eines Kontrakts mit einer Bank ein. Die Nachbildung ist genauer und günstiger, aber es kommt ein Kontrahentenrisiko hinzu. Nach UCITS-Regeln ist dieses begrenzt und in der Regel besichert, aber es ist vorhanden.
OGAW und Fondsdomizil
Praktisch alle in Deutschland verfügbaren ETFs arbeiten nach der europäischen Richtlinie. OGAWobligatorische Diversifikation, tägliche Liquidität, regulatorische Aufsicht. Das sieht man direkt im Namen des Fonds.
Der Sitz befindet sich in der Regel in Irland (ISIN beginnt mit IE) oder Luxemburg (LU). Für irische Fonds gilt ein günstigeres Steuerabkommen mit den USA: Auf US-Dividenden wird eine Quellensteuer von 15 % statt 30 % einbehalten. Für einen Fonds mit hohem US-Anteil ist dies ein spürbarer Unterschied bei der Gesamtrendite, obwohl dies im Prospekt an keiner Stelle erwähnt wird.
Akkumulierende und verteilende
Thesaurierend reinvestiert die Dividenden innerhalb des Fonds, ausschüttend zahlt sie auf das Konto aus. In der Ansparphase nimmt man gewöhnlich die erste Variante, zur jährlichen Nutzung des Freibetrags die zweite. Die steuerliche Seite der Frage ist geklärt. auf der ETF-Seite.
Tracking Difference ist wichtiger als TER
TER ist die angegebene Gebühr, während der Tracking Difference das tatsächliche Abweichen des Fonds vom Index über ein Jahr hinweg ist. Manchmal ist er geringer als die TER: Der Fonds verdient etwas durch Wertpapierleihe hinzu und kompensiert so teilweise die Kosten. Manchmal ist er größer – aufgrund von Dividendensteuern und Rebalancing-Kosten. Es ist richtiger, Fonds anhand der Tracking Difference über mehrere Jahre zu vergleichen und nicht anhand einer einzigen TER-Zahl.
Fondsgröße und Schließungsrisiko
Fonds mit einem Volumen von weniger als 100 Mio. € werden von den Anbietern regelmäßig geschlossen: Es rechnet sich nicht, sie zu betreiben. Die Schließung bedeutet keinen Geldverlust – der Fonds wird liquidiert und der Wert der Anteile ausgezahlt. Dies ist jedoch ein Zwangsverkauf und bedeutet folglich Steuern auf die aufgelaufenen Gewinne zu einem Zeitpunkt, den Sie sich nicht ausgesucht haben. Ein weiteres Argument für große und schon lange am Markt etablierte Fonds.
Was Sie als Nächstes lesen sollten
- Wo man ein Konto eröffnet und wie Steuern berechnet werden — Broker-Vergleich, Abgeltungsteuer, Vorabpauschale mit Berechnungsbeispiel.
- ETF-Sparplan — wie man Sparpläne einrichtet, Beitragsdynamisierung, VL vom Arbeitgeber.
- DAX — der wichtigste Index Deutschlands und warum er nicht direkt mit dem S&P 500 verglichen werden kann.
Das Material hat informativen Charakter und stellt keine individuelle Anlageempfehlung dar. Der Wert von Wertpapieren kann steigen und fallen, vergangene Wertentwicklungen garantieren keine zukünftigen.
Wo wählt man ETFs aus?
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